10 DDR-Marken, die überlebt haben — und wem sie heute gehören

Rotkäppchen-Flasche, Nudossi-Glas, Bautzner-Becher und Kathi-Packung auf rotem Grund unter der gelben Leiste „Wem gehören sie heute?“
Zehn DDR-Marken haben die Wende überlebt – acht davon gehören heute West- oder Auslandskonzernen.

Acht der zehn Marken auf dieser Liste gehören heute Konzernen im Westen oder im Ausland. Zwei nicht — und bei einer ist genau das Gegenteil passiert: Sie hat die Westmarken gekauft. Das Video und dieser Artikel zeigen zehn DDR-Marken, die die Wende überlebt haben — mit Jahr, Käufer und heutigem Eigentümer.

Erst mit dem Klick wird das Video von YouTube geladen. Dabei werden Daten an Google übertragen.

Die zehn Marken im Überblick

MarkeGehört heuteSeit
Krügerol (Leipzig, 1866)Dr. C. Soldan, Bayern — Produktion verlagert2022
Riesa-NudelnBiavest, Irland (80 %) — produziert weiter in Riesa2022
Fit (Spülmittel)BlueSun Group, Spanien
Diamant FahrräderTrek Bicycle, USA — rund 400 Arbeitsplätze in Sachsen2003
Vita ColaHassia-Gruppe, Hessen2005
SternburgDr.-Oetker-Gruppe, Bielefeld2025
FlorenaBeiersdorf, Hamburg — Werk Waldheim geschlossen2002
Kathi (Halle, 1951)Dr. Oetker, Bielefeld2025
NudossiFamilie Hartmann, Radebeul — nie verkauft
Rotkäppchenden ostdeutschen Käufern von 1993 — kaufte später Mumm und Geldermann1993

Das Muster: Standort schlägt Himmelsrichtung

Die Frage ist nicht, ob der Eigentümer aus dem Westen kommt — sondern ob jemand am Standort investiert hat. Der Beleg steckt im Vergleich zweier Übernahmen: Bautz’ner Senf ging 1992 an Develey aus Bayern; der neue Eigentümer investierte rund zehn Millionen Euro in ein neues Werk in Bautzen, produziert wird bis heute dort. Florena ging 2002 an Beiersdorf; das Werk in Waldheim wurde geschlossen, die Produktion nach Hamburg verlegt. Derselbe Vorgang, zwei völlig verschiedene Ergebnisse.

Die Umkehr: Als der Osten den Westen kaufte

1993 stand die Sektkellerei Rotkäppchen in Freyburg an der Unstrut vor dem Aus. Fünf ostdeutsche Manager — Gunter Heise, Jutta Polomski, Lutz Lange und Ulrich Wiegel — kauften das Unternehmen gemeinsam mit Harald Eckes-Chantré und dessen Töchtern aus der Treuhandanstalt heraus. Danach drehte sich die Richtung: Rotkäppchen übernahm die Privatsektkellerei Geldermann in Breisach und kaufte dem Seagram-Konzern die Westmarken Mumm, Jules Mumm und MM Extra ab. Heute ist Rotkäppchen Marktführer in Deutschland; der Umsatz lag zuletzt bei 1,28 Milliarden Euro.

Und der zweite Sonderfall: Nudossi aus Radebeul wurde nie verkauft — bis heute Familienbesitz in vierter Generation, über drei Millionen Gläser im Jahr.

Quellen

  • Wirtschaft in Sachsen — Kathi, Florena, Sterni: Diese Ostmarken gehören jetzt West-Konzernen
  • Wikipedia — Rotkäppchen-Mumm Sektkellereien; Bautz’ner
  • Deutscher Gründerpreis 2025 — Rotkäppchen-Mumm Sektkellereien GmbH
  • Deutsche Wirtschafts Nachrichten — Rotkäppchen-Mumm: Vom ostdeutschen Sanierungsfall zum Marktführer
  • Volksstimme — Bautzner Senf: Warum ein DDR-Rezept heute Millionen überzeugt
  • etailment — Mit Vita Cola die Heimat schmecken

Dieser Artikel ist Kommentar und Analyse auf Basis öffentlich zugänglicher Quellen. Übernahmen werden als Übernahmen dargestellt; ein Fehlverhalten wird niemandem vorgeworfen. Teile der Bebilderung des Videos sind KI-generiert und dort gekennzeichnet.

Etwas zu ergänzen?

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Jeder Kommentar wird vor der Freischaltung gelesen. Wenn Sie einen Preis, ein Ferienheim oder einen Betrieb ergänzen: Ort und Jahr helfen uns beim Nachprüfen.

Nach oben scrollen