Titelbild der Folge, die zehn DDR-Preise in Arbeitszeit umrechnet

Die DDR-Preissammlung

Was hat es in der DDR wirklich gekostet? Diese Sammlung entsteht gemeinsam mit den Zuschauern des Kanals: Ihr nennt Preise aus eurer Erinnerung, wir prüfen sie gegen Preislisten, amtliche Statistik und Presse. Belegte Werte stehen ohne Klammer, Zuschauerberichte sind als solche gekennzeichnet.

Rechenbasis: Der amtliche Durchschnittslohn lag 1989 bei rund 1.300 Mark brutto, etwa 1.100 Mark netto — gut 6 Mark je Arbeitsstunde. Diese Zahl stammt vom Statistischen Amt der DDR und ist umstritten; Millionen verdienten deutlich weniger.

Stand: 10. August 2026. Die Sammlung wächst mit jedem geprüften Zuschauerhinweis. Ergänzend: das Ferienheim-Register, das Markenregister und das Betriebe-Register.

Von euch ergänzt 1 Hinweise

  • Schülerfahrkarte 9,80 MarkDie Schülermonatskarte kostete 9,80 Mark – gestaffelt nach Entfernung, nicht pauschal für alle.Hinweis von einem Zuschauer · Zuschauerangabe · eingetragen am 11. August 2026

Ihr habt etwas beizutragen? Schreibt an info@derausverkauf.de oder in die Kommentare. Wir prüfen jeden Hinweis nach und tragen ihn hier mit eurem Namen ein – auf Wunsch auch anonym.

Wie diese Sammlung entsteht

DDR-Preise zu belegen ist schwerer, als es klingt. Es gab keinen Markt, der Preise bildete – sie wurden staatlich festgesetzt und blieben teils über Jahrzehnte unverändert. Genau deshalb erinnern sich so viele Menschen an exakte Beträge: Weil die Zahl zwanzig Jahre lang dieselbe war. Gleichzeitig gab es Sonderpreise nach oben und unten – Grundnahrungsmittel waren massiv subventioniert, während Kaffee, Elektronik oder Autos ein Vielfaches ihres Herstellungswerts kosteten. Ein einzelner Preis sagt deshalb wenig, wenn man nicht dazusagt, zu welcher Gruppe er gehört.

Wir arbeiten deshalb mit drei Stufen. Belegt heißt: Der Preis lässt sich mit Preislisten, amtlicher Statistik, dem Statistischen Jahrbuch der DDR oder zeitgenössischer Presse zeigen. Zuschauerangabe heißt: Uns hat jemand einen Preis aus eigener Erinnerung geschrieben, oft mit Ort und Jahr – wir führen ihn als solchen, weil Erinnerung eine Quelle ist, aber eine andere als ein Dokument. Umstritten heißt: Uns liegen mehrere, voneinander abweichende Angaben vor; dann nennen wir die Spanne statt einer Scheingenauigkeit.

Warum wir in Arbeitszeit umrechnen

Eine Mark von 1985 lässt sich nicht in Euro umrechnen – es gab keinen frei konvertierbaren Kurs, und der offizielle Umtauschkurs hatte mit Kaufkraft nichts zu tun. Aussagekräftig ist eine andere Frage: Wie lange musste man dafür arbeiten? Als Bezugsgröße nutzen wir den amtlichen Durchschnittslohn von rund 1.300 Mark brutto beziehungsweise etwa 1.100 Mark netto im Jahr 1989. Wer diese Rechnung im Detail sehen will, findet sie in der Folge zu den Preisen in Arbeitszeit.

Dabei bleibt eine Unschärfe bestehen, die wir nicht wegrechnen: Der Durchschnittslohn verdeckt große Unterschiede zwischen Branchen und Regionen, und viele Leistungen – Miete, Kinderbetreuung, Nahverkehr – waren so stark subventioniert, dass der reine Lohnvergleich das Bild verzerrt. Deshalb steht bei uns beides: der Preis und, wo möglich, der Zusammenhang.

Der Preis war nicht das Problem

Ein Punkt, den uns Zuschauer immer wieder schreiben und der in keiner Preisliste steht: Vieles war billig und trotzdem nicht zu bekommen. Der Preis eines Trabant sagt nichts über die Wartezeit, der Preis für Sudfrüchte nichts über ihre Verfügbarkeit. Wir versuchen deshalb, bei knappen Waren die Verfügbarkeit mitzuerfassen – auch wenn sich das schlechter belegen lässt als eine Zahl.

Lebensmittel und Genuss

ProduktPreisAnmerkung
Brötchen5 Pfennigsubventionierter Grundbedarf
Butter (Stück)2,40 Mark
Bananen (kg)5 Markwenn verfügbar
Apfelsinen (kg)4 Markwenn verfügbar
Schweineschnitzel (kg)10 Mark
Kaffee „Rondo“ (kg)70 Marknach der Kaffeekrise 1977
Kaffee „Mona“ (kg)80 Mark
„Kaffee-Mix“ (kg)48 Mark51 % Kaffee, 49 % Ersatzstoff
Rotkäppchen Sekt17–22 Markje nach Sorte (EVP)

Wohnen und Energie

PostenPreisAnmerkung
Strom (kWh)8 Pfennigjahrzehntelang eingefroren
Neubaumiete (m²)ca. 90 Pfennig – 1 MarkAltbau eingefroren auf Stand 1936
Mietanteil am Einkommenrund 3 %1989; heute im Schnitt 27,9 % (DIW)

Mobilität

PostenPreisAnmerkung
Straßenbahnfahrt20 Pfennig
Schülermonatskarte9,80 MarkZuschauerbericht; Preis nach Entfernung gestaffelt, Schulweg-Karten oft kostenlos
Simson S511.770–1.825 Markje nach Ausführung; heute restauriert 2.600–4.000+ Euro
Trabant (1989)rund 13.000 Markrund 12 Jahre Wartezeit

Urlaub

PostenPreisAnmerkung
FDGB-Ferienscheck (13 Tage Vollpension)50–310 Marknach Einkommen und Kategorie gestaffelt; oft weniger als ein Drittel der Kosten

Kleidung

PostenPreisAnmerkung
Winterparkaca. 300 MarkZuschauerbericht — rund 50 Arbeitsstunden

Mitmachen

Du erinnerst dich an einen Preis, der hier fehlt? Schreib ihn in die Kommentare unter dem aktuellen Video auf dem Kanal — mit Produkt, Preis und ungefährem Jahr. Wir prüfen jede Angabe, bevor sie hier landet. Die Quellen zu den belegten Werten stehen in den jeweiligen Videoartikeln.

Euren Hinweis eintragen

Wir prüfen jeden Hinweis, bevor er erscheint. Angaben, die wir nicht belegen können, kennzeichnen wir als Zuschauerangabe. Was ihr uns schickt, verwenden wir nur für das Register; Einzelheiten in der Datenschutzerklärung.

Änderungsprotokoll

  • 10. August 2026 – Stand-Datum und Verweise auf die übrigen Register ergänzt.
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